Für Tourismusregionen bedeutet das, sich in Zukunft noch vielfältiger zu inszenieren und sich an die Veränderungen anzupassen, um die Hauptreisezeit für Winterurlauber in jeder Hinsicht attraktiv zu halten. Entsprechend sind Seilbahnbetreiber und wintersporttouristische Dienstleistungsbetreiber bemüht, ihren Gästen möglichst während der gesamten kalten Jahreszeit perfekt präparierte Skipisten anzubieten.

Gleichzeitig gilt es, schneeunabhängige Alternativen zu kreieren sowie die bereits vorhandenen Angebote und Infrastrukturen den vorherrschenden Verhältnissen flexibel und möglichst innovativ anzupassen.

Auch von den Skiherstellern sind innovative Anpassungen gefragt, um mit ihren Produkten am Puls der Zeit zu bleiben. So scheint hier das Thema allroundtauglicher Pistenski wieder stärker in den Fokus zur rücken, nachdem in den vergangenen Jahren die Touren- und Freeride-Skimodelle den Takt vorgaben. Vom letzten Interski-Kongress in Argentinien war zu hören, „dass es aus internationaler Sicht eher wieder zurück zum natürlichen Skilauf geht“.

Im Klartext bedeutet das: Eher ausgewogene statt radikale Taillierungen und eher angepasste, sichere statt zu extreme Kurvengeschwindigkeiten. Und das alles am besten wieder mit einer perfekten, sauberen und eleganten Skitechnik. Erleichtert wird dem Skifahrer dieser Wandel buchstäblich durch leichtere Materialien im Ski- und Skischuhbereich.

Das alte Credo „Länge läuft und Gewicht sorgt für Stabilität“ gilt nur noch bedingt. Denn, die Skilängen werden tendenziell zwar wieder drei bis fünf Zentimeter länger, für eine stabile Schneelage muss ein Ski heute aber nicht mehr schwer sein.

Dieser Trend zur Leichtigkeit spiegelt sich auch bei der Bekleidung und bei den Accessoires wieder. Innovative Materialien ermöglichen zum Beispiel die Herstellung leichterer, aber trotzdem dem Sicherheitsstandard entsprechender Helme und Brillen. Auch die Skibekleidungshersteller setzen auf leichtere Jacken und Hosen die trotz geringem Gewicht kuschlig warm und multifunktionell vor Witterungseinflüssen schützen.

Und das sogar mit Mehrwert, denn die lifestyle-inspirierten Styles funktionieren auch abseits des klassischen Wintersports und können ohne Weiteres in der Freizeit oder auf dem Weg ins Büro getragen werden.

Und selbstverständlich macht das Bedürfnis immer und überall online zu sein, auch vor der Skipiste nicht Halt. Viele Skigebiete, Restaurants und Übernachtungsbetriebe stellen bereits flächendeckendes Gratis-WLAN zur Verfügung, um ihren Gästen die Möglichkeit zu bieten, ihre schönsten Erinnerungen binnen Sekunden in sozialen Netzwerken zu teilen.

Apps, um sich im Skigebiet zurechtzufinden und digitale Spielereien wie „Pistenkilometer“ und „Höhenmeter“ zählen inklusive. Die Nutzung steigt. Inwieweit dieser Wandel sein muss und wie dies mit der eigenen Sehnsucht nach Rückzug und Erholung einhergeht, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Am Ende des Skitages sind es eben immer viele unterschiedliche Facetten und Aspekte, die ein gelungenes, individuelles Skierlebnis ausmachen!

Dr. Franz Steinle
DSV-Präsident

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