Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist soziale Verantwortung das zen-trale Thema, ob auf dem Arbeitsmarkt, bei der Rente oder in unserem Engagement für Menschen mit Behinderungen. Mit dem flächendeckenden Mindestlohn und der Eindämmung des Missbrauchs von Leiharbeit und Werkverträgen stärken wir die Rechte und Zukunftsperspektiven von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland.

In einer idealen Welt bräuchte es ein Plädoyer für mehr soziale Verantwortung gar nicht zu geben. In einer idealen Welt wären sich nämlich alle gesellschaftlichen Gruppen und Staaten ihrer Verantwortung bewusst und würden auch entsprechend handeln. Die Gründe, warum das heute noch nicht gelingt, sind vielfältig.

Aber klar ist, dass Unternehmen sich ihrer Verantwortung intensiver stellen und ihr Wirtschaften sozial und ökologisch nachhaltig ausrichten müssen. Wir fördern deshalb die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gezielt. Unser Fokus liegt dabei nicht nur im Inland: Im Kontext guter Arbeit weltweit setzen wir uns auch dafür ein, dass global agierende Unternehmen der Verantwortung für ihre Produktions- und Lieferketten nachkommen und internationale Arbeits- und Sozialstandards achten.

Ein wichtiger Meilenstein war dabei die deutsche G7-Präsidentschaft 2015. In ihrer Gipfelerklärung fordern die G7-Staats- und Regierungschefs die Privatwirtschaft dringend auf, ihrer Sorgfaltspflicht auf dem Gebiet der Menschenrechte nachzukommen.

Darüber hinaus haben sie ganz konkrete Maßnahmen beschlossen, wie zum Beispiel die Einrichtung eines globalen Präventionsfonds, des Vision Zero Fund. Mit ihm sollen insbesondere ärmere Produktionsländer unterstützt werden, Verbesserungen bei Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit vorzunehmen. Im Juni 2016 haben wir den Vision Zero Fund in Myanmar als erstem Pilotland gestartet.

Unsere Aufgabe als Regierung ist es, Unternehmen eine klare Orientierung zu geben und zu verdeutlichen, was die konkreten Erwartungen an ein verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement sind.

Viele Unternehmen in Deutschland sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und richten ihre Geschäftsstrategien nachhaltig aus. Aber längst noch nicht alle. Diejenigen, die bereits aktiv geworden sind, brauchen ein deutliches Signal, dass sie auf dem richtigen Weg sind und ihr Engagement sich auszahlt. Auch wir Verbraucher können – gerade zu Weihnachten– ein Zeichen setzen.

Die Anforderungen an gesellschaftliche Verantwortung sind zwar gestiegen, aber damit sind auch große Chancen verbunden. Wir wollen Unternehmen dabei unterstützen, diese Chancen auch wahrzunehmen. Die Bundesregierung erarbeitet derzeit den Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, der viele Unterstützungsangebote für Unternehmen bei der Umsetzung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht enthalten soll, zum Beispiel fördern wir für kleine und mittlere Unternehmen vonseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bundesweit Praxistage zu nachhaltigem Lieferkettenmanagement und CSR-Berichterstattung.

Die Praxistage bieten Praktikern und Multiplikatoren, wie Industrie- und Handwerkskammern sowie sozialen Einrichtungen und Netzwerken, eine gemeinsame Plattform und werden von den Unternehmen sehr gut angenommen. Außerdem zeichnen wir vorbildliche Unternehmen mit dem CSR-Preis der Bundesregierung aus. Der nächste Preis wird im Januar 2017 durch Bundesministerin Andrea Nahles verliehen.

Ihre Yasmin Fahimi
Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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