Dabei ist der Begriff Glück diffus und hat für jedes Individuum eine ganz eigene, persönliche Bedeutung. Gemeinsam aber ist allen, dass Glück von bestimmten, allgemeinen Voraussetzungen abhängt: die Akzeptanz durch das eigene Umfeld und die Wertschätzung des Alters durch die Gesellschaft, Selbstbestimmtheit und persönliches Wohlergehen, materielle Sicherheit im Alter.

Richtig ist, dass noch nie eine Generation in Deutschland so gute Voraussetzungen hatte, glücklich zu sein, wie die heutige Generation 50Plus. Richtig ist aber auch,  dass wir als Individuum und als Gesellschaft noch mehr tun könnten und mehr tun müssen, um für jetzt und vor allem für die Zukunft die richtigen Weichen zu stellen.

„Das glückliche Ich“

„Jeder will alt werden, niemand will alt sein!“ Warum eigentlich will angeblich niemand alt sein? Weil alt sein in Deutschland noch immer verpönt ist und mit Hinfälligkeit assoziiert wird. Die Lebenserfahrung, die Reife und (hoffentlich!) die Gelassenheit, die wir im Alter in uns wachsen spüren, werden leider oftmals gering geschätzt im Vergleich zur ewigen Jugendlichkeit, die uns vor allem von der Werbung als anzustrebendes Vorbild suggeriert wird.

An dieser Aufgabe können wir uns also alle als Gesellschaft beweisen und ein besseres Verständnis für die veränderten Bedürfnisse und Fähigkeiten der Generation 50Plus erarbeiten.

Immer stärker kommen Fragen wie Gesundheit allgemein, eigene Fitness und persönliche Prävention in den Fokus unserer Altersbetrachtung. Vielleicht sollten wir Gesundheit nicht als zementierten Zustand, sondern als kontinuierlichen Prozess verstehen. Und wir sollten lernen und akzeptieren, dass Menschen 50Plus leistungsfähig wie jüngere sind, nur eben oft anders.

Geht Glück in unserer Zeit?

Und dann das Geld. Euro-Krise, Grexit, niedrige Zinsen, Immobilienblase, Rente, Riester, Rürup – alles Stichworte und Umschreibungen für ein viel tiefergehendes Phänomen: Wir Deutschen glauben noch immer unbeirrbar und unbelehrbar an die Segnungen unseres Staates, der im schlimmsten Fall schon wie ein guter Onkel für uns sorgen wird. Eigenverantwortung, kluge und strategische private Altersvorsorge sind vielfach noch immer keine Themen, mit denen wir uns gern auseinandersetzen.

Das Wissen um die Zusammenhänge beim Aufbau und bei der Sicherung des materiellen Wohlstandes sind bei uns – auch im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn -  leider sehr unterentwickelt. Dabei ist die Zahl der Angebote und der Produkte, die Qualität der Berater überaus groß und durchaus vielfältig. Und wenn wir uns genauso viel Mühe bei der Auswahl einer Versicherung oder eines Investment-Fonds machen würden, wie beim Kauf eines Smartphones oder eines Fernsehers – dann wäre schon vieles besser.