Heute bekommen Frauen mit durchschnittlich 31 Jahren ihr erstes Kind.

Die Fruchtbarkeit der Männer nimmt seit Jahren stetig ab, ohne dass Ursachen dafür abschließend bekannt sind. Gleichzeitig ist es für Männer häufig eine große Hürde, ihre Fruchtbarkeit testen zu lassen, sei es durch den ungewohnten Arztbesuch, oder die Furcht vor dem Ergebnis.

Der Hauptgrund abnehmender Fruchtbarkeit bei Frauen ist ihr Alter. Die Fruchtbarkeit verringert sich langsam ab dem 25. Lebensjahr, deutliche Verschlechterung der Fertilität zeigt sich nach dem 35. Lebensjahr und ab 40 enden bis zu 50 Prozent der Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt. Zudem gibt es weitere körperliche Faktoren, die die weibliche Fruchtbarkeit einschränken können, Endometriose ist nur eine davon. Von unerfülltem Kinderwunsch ist in Deutschland jedes siebte bis achte Paar betroffen.

Hilfe in Kinderwunschzentren

Wenn sich nach einem Jahr ungeschütztem, regelmäßigem Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft einstellt, sollte ein Paar sich ärztlich untersuchen lassen und sich gegebenenfalls an ein spezialisiertes Kinderwunschzentrum wenden.

Heute dauert es immer noch knapp vier Jahre, bis ein Paar sich für eine spezialisierte Behandlung entscheidet. Viele Paare erklären sich die ausbleibende Schwangerschaft zunächst mit „zu viel Stress“ und versuchen, Ratschläge wie „Fahrt doch mal in den Urlaub“, „Ihr dürft nicht daran denken“ und „Ihr wollt es zu sehr“ zu befolgen, meist mit dem Ergebnis, noch mehr unter Druck zu geraten.

Dabei gibt es bis heute keine gesicherten Daten dazu, dass die Psyche wirklich eine Rolle bei der Schwangerschaftsrate spielt. Im Gegenteil, Frauen können in jeder erdenklichen Lebenslage schwanger werden, ob gestresst oder entspannt, ob die innere Einstellung nun stimmt oder nicht. Nur wenn eine gewünschte Schwangerschaft ausbleibt und die Ursachen auf körperlicher Ebene nicht oder noch nicht ersichtlich sind, wird intensiv nach Gründen gesucht.

Wie sich dieser Druck verstärken kann, hätten viele Paare vorher nicht gedacht, auch nicht, wie weit sie gehen, um eine Schwangerschaft zu erzielen.

Rund 50 Prozent der Paare kann geholfen werden

Circa 50 Prozent der Paare, die sich in reproduktionsmedizinische Behandlung begeben, kann mit den Möglichkeiten, die in Deutschland gegeben sind, geholfen werden. Durch das strenge Embryonenschutzgesetz sind bestimmte Techniken in Deutschland nicht zugelassen, die aber im europäischen Ausland angeboten werden.

Immer mehr Paare gehen für eine Behandlung über Ländergrenzen. Neben der Auseinandersetzung mit den zunehmenden Möglichkeiten der Medizin geht es aber auch um die Beschäftigung mit eigenen Grenzen, physischen wie psychischen.

Unerfüllter Kinderwunsch ist eine ernste Lebenskrise, die je nach Bewältigungsmöglichkeiten unterschiedlich gut verarbeitet werden kann.

Psychosoziale Beratungen nutzen

Eine psychosoziale Beratung kann den Betroffenen helfen, ihren ganz eigenen Weg durch die Entscheidungs- und Behandlungsphasen bis hin zu Alternativen zum eigenen Kind zu finden. Sie fühlen sich dann in dieser Zeit gelassener und entlastet.