Endlich ist es wieder soweit: Körperteile bedecken nur noch Ein- bis Zweiteiler, Gras kitzelt schon am Morgen die Füße, am Abend liegt Grillgeruch in der Luft und Früchte und Gemüsesorten zeigen ihre Farben in voller Pracht. Wenn ich das erste Mal mit Erdbeeren, Aprikosen, gelben Zucchini und später mit Kirschen heimkomme, macht mein Gaumen vor Freude einen Sprung!

Ich trinke wieder Smoothies zum Frühstück, statt warmer Getreidebreie zu löffeln, esse gekühlte Wassermelone mit Manouri-Schafskäse und glatter Petersilie, Aprikosen und Zucchini vom Grill. Mein liebstes Sommeressen hat wieder Saison: „Marillenknödel“, nach dem österreichischen Rezept meiner Oma.

Als ich klein war hatten wir Johannisbeeren im Garten. Ich erntete sie mit großer Freude direkt in den Mund. Heute wachsen bei uns Himbeeren, die wir, wenn es soweit ist, im Vorbeigehen schon morgens ernten, wenn wir die Fahrräder aus dem Schuppen holen.

Das, was mich damals glücklich gemacht hat, hat auch heute Relevanz. Aus dem eigenen Garten zu ernten, erfüllt! Regionaler, saisonaler, ökonomischer, gesünder, weniger Müll und mehr Bio geht nicht. Leider habe ich nicht das Gefühl, ein grünes Händchen zu haben, doch tatsächlich habe ich mir das Anpflanzen und Hochziehen von Pflanzen einfach nie genauer zeigen lassen.

Ich möchte wetten, YouTube wird dieses und in den kommenden Jahren mehr Klicks in Sachen Obst- und Gemüseanbau verzeichnen, als je zuvor. Hochbeete boomen, Pinterest schlägt mir den Eigenbau täglich vor. Heute sind Hochbeete nicht nur interessant, weil sie Schnecken abhalten, auch weil die Ernte überschaubar bleibt. Denn Zeit einzukochen, zu Marmeladen und Kompott, hat neben Omi nur, wer darin aufgeht.

Für zwei Trends, die ich dieses Jahr beobachte, brauchen wir weder Hochbeet noch Händchen: Das Ernten und Verköstigen von Blüten und Wildkräutern. Auf Instagram werden Rezepte für Blüten- wie Löwenzahn- und Schüsselblumensirup geteilt. Dabei muss man keinen ganzen Obstbaum bewältigen, man erntet nur so viele Blüten, wie die Muße zusagt. Welche Wildkräuter genießbar und gesund sind, verraten Ratgeber und Blogs. Man gönnt sich Workshops zum Thema Wildkräuter, die in Smoothies wandern können.

Naturverbundenheit erfüllt, mir geht es da nicht anders. Bei all der Hektik des Alltags entspannt diese Rückbesinnung ungemein. Back to the roots – lasst uns die kleinen Dinge genießen!

Ihre Veronika Pachala

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