Die Leber – Fabrik des Körpers

Kein Organ nimmt im Körper so viele Funktionen wahr wie die Leber: Sie regelt den Stoffwechsel, Hormone und Verdauung, sie speichert Nährstoffe, entgiftet das Blut und ist unverzichtbarer Bestandteil des Immunsystems und der Blutgerinnung. Lebererkrankungen verlaufen oft lange Zeit stumm. Werden diese nicht erkannt und behandelt, können gefährliche Spätfolgen entstehen:  Zirrhose, Wasserbauch, innere Blutungen, Hirnstörungen bis hin zum Koma und Leberkrebs.

Die Ursachen sind vielfältig: Es ist nicht nur der Alkohol.

Aufgrund von Übergewicht und Fehlernährung hat heute etwa ein Drittel der Deutschen eine Fettlebererkrankung. Zwar verläuft diese oft mild, sie führt aber bei einem Teil der Patienten zu schweren Leberschäden. Zudem steigt das Risiko für Herzerkrankungen. Lebensstiländerungen sind hier die Therapie Nummer eins; nach medikamentösen Therapien wird geforscht. Auch Infektionen mit Hepatitisviren können der Leber zusetzen. Nach heilenden Therapien gegen Hepatitis B wird intensiv geforscht. Bei Hepatitis C ist man bereits weiter: Dank neuer Medikamente ist diese Infektion heute fast immer heilbar.

Das Hepatitis-E-Virus galt in Deutschland früher als selten. Ein Irrtum: Bis zu einem Drittel der Bevölkerung könnte bereits eine Infektion durchgemacht haben, denn Hepatitis E lauert auch in Mettbrötchen. Zwar heilt die Infektion fast immer von selbst aus, sie kann aber gerade bei Leberkranken und Organtransplantierten zu Komplikationen führen. Aktuell gibt es in Deutschland noch keine Impfung gegen Hepatitis E.

Erhöhte Leberwerte im Blut (zum Beispiel GPT, GOT und Gamma-GT) können ein erstes Zeichen sein, dass mit der Leber etwas nicht stimmt – und sollten immer weiter abgeklärt werden. Denn Lebererkrankungen sind oft sehr gut behandelbar, wenn man sie rechtzeitig erkennt.

- Ingo van Thiel / Deutsche Leberhilfe e. V. -

Die Niere – das unterschätzte Organ

Die Erkenntnis, von einer chronischen Nierenerkrankung betroffen zu sein, bedeutet für die meisten Menschen einen schwerwiegenden, krisenhaften Einschnitt in die Lebensgestaltung und Lebensplanung. Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland befinden sich in einem sehr frühen Anfangsstadium einer chronischen Nierenerkrankung. Bei rechtzeitiger Diagnose ist der Verlauf der Erkrankung durchaus beeinflussbar, und der Beginn eines Ersatzverfahrens, wie zum Beispiel die Dialyse oder die Transplantation eines Spenderorgans, kann um Jahre hinausgezögert werden.

Trotzdem sind circa 120.000 Menschen in Deutschland chronisch nierenkrank, davon erhalten circa 75 Prozent eine Dialysebehandlung, das verbleibende Viertel ist transplantiert. Alles in allem sind die Möglichkeiten der modernen Medizin in der Behandlung des chronischen Nierenversagens beeindruckend. Trotzdem entsteht ein Krankheitsbild, das davon gekennzeichnet ist, dass ein lebenswichtiges Organ ausgefallen ist. Die Folge- und Begleiterkrankungen einer chronischen Nierenerkrankung sind vielfältig und lösen sowohl physische als auch psychische Belastungen bei den betroffenen Menschen aus. In der Patientenselbsthilfe geht es darum, die Behandlungs- und Lebensqualität der betroffenen Menschen zu verbessern. Eines der Ziele der Selbsthilfe ist die Unterstützung der Patienten bei der Einhaltung der Therapie.

Diese Therapietreue oder auch Adhärenz ist besonders für chronisch Erkrankte wichtig, vor allem wenn es darum geht, den Lebensstil nachhaltig zu ändern oder die regelmäßige Einnahme von Medikamenten einzuhalten, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder lebensgefährliche Komplikationen zu vermeiden. Dies alles stellt sicher, dass den Betroffenen – neben einer qualitativ guten medizinischen Behandlung – auch ein Höchstmaß an Lebensqualität erhalten bleibt.

 - Martin Koczor / Geschäftsführer Selbsthilfenetzwerk BN e. V. -

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