Für die komplexen Funktionen der Hand ist die ungestörte Koordination von Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen, Blutgefäßen und Nerven notwendig. All diese Strukturen befinden sich an den Fingern und an der Hand in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander.

Verletzungen und Erkrankungen betreffen daher häufig mehrere dieser Strukturen und beeinflussen dadurch die gesamte Funktion der Hand. Während sonst die Behandlung von Knochen, Muskeln und Gelenken durch Unfallchirurgen und Orthopäden und die Behandlung der Weichteile durch Plastische Chirurgen erfolgt, erfordert an der Hand diese unmittelbare Nähe aller anatomischen Strukturen zueinander vom behandelnden Arzt entsprechende Erfahrung in allen Behandlungstechniken, inklusive der Mikrochirurgie.

Dies hat dazu geführt, dass sich die Handchirurgie zu einer eigenen Subspezialisierung entwickelt hat, die durch eine dreijährige Zusatzausbildung von Unfallchirurgen, Orthopäden, Chirurgen und Plastischen Chirurgen erworben werden kann und auch die konservativen Behandlungsmethoden beinhaltet. Ergänzt wird dieses Konzept durch die Weiterbildung von Physio- und Ergotherapeuten zu „Handtherapeuten“.

Die Subspezialisierung von Chirurgen zu „Handchirurgen“ und von Physio- und Ergotherapeuten zu „Handtherapeuten“ entspricht der besonderen Bedeutung der Hand und gewährleistet so eine kompetente konservative und operative Behandlung aller Verletzungen und Erkrankungen an der Hand und am Handgelenk inklusive deren Nachbehandlung.

Prof. Jörg van Schoonhoven
Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH)

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