Neue Männer braucht das Land“ – jeder kennt noch den Ohrwurm von Ina Deter aus den Achtzigern. Ich habe mal umgetitelt: „Gesunde Männer braucht das Land!“ So rät die DGMG Männern zu einer rechtzeitigen Vorsorgeuntersuchung – auch schon vor dem Alter von 45 Jahren.

Zufriedenheit und Gesundheit – das ist es doch, was jeder von uns anstrebt - jede Frau, jeder Mann. Doch Hand aufs Herz: Tun die Menschen auch genug dafür? Jeder ist selbst für sich und sein Wohlergehen verantwortlich. Frauen scheinen das schon ganz gut für sich verstanden zu haben, viele von ihnen beschäftigen sich mit gesunder Ernährung und gehen regelmäßig zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung. Bei Männern sieht das anders aus:  Männer vernachlässigen das oft schmählich, vor allem was die eigene Gesundheitsvorsorge betrifft.

In den Industrienationen leben Männer fast sechs Jahre kürzer als Frauen und sind bei fast allen Erkrankungen deutlich benachteiligt. Sie suchen zu 25 Prozent weniger einen Arzt auf, liegen aber 15 Prozent länger in der Klinik als Frauen. Zahlen, die nachdenklich machen – und gleichzeitig klar zum Ausdruck bringen: Für den Mann wurde bislang in Sachen Gesundheit zu wenig getan.

Gesundheitsangebote zielen bis heute in erster Linie auf Frauen ab. Für sie gibt es großzügige und flächendeckende Vorsorge- und Aufklärungsprogramme, aber es gibt nichts Entsprechendes für den Mann. Gesetzliche Vorsorgeprogramme für den Mann greifen seiner Ansicht nach viel zu spät. Diese Situation wurde durch den Wegfall der Wehrpflicht und somit der Musterung als flächendeckendes Screening 2011 noch verschärft.

Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG) möchte alle Ärzte und Zielgruppen, denen die Männergesundheit am Herzen liegt, bei der wichtigen Aufgabe unterstützen, das Gesundheitsbewusstsein der Männer zu stärken. Denn das weit verbreitete Gefühl bei Männern „Bei mir wird schon alles passen“ oder gar Verdrängung von Ängsten machen im Falle des Falles alles nur noch schlimmer.  Ein frühzeitiger Gang zum Arzt kann äußerst hilfreich sein - und Leben retten.

Männer geht nicht erst ab 45 zum Arzt!

Geht zur Vorsorge!

Nicht erst ab 45 einen Arzt aufsuchen! Vor allem dann nicht, wenn Vater, Bruder, Großvater oder Onkel Prostatakrebs hatten. Ruhig schon fünf Jahre früher zur Vorsorge gehen.

Trinkt mehr Wasser!

Wasser hilft, Energie zu verbrennen und besser abzunehmen. Trinkt mindestens zwei bis drei Liter am Tag.

Ernährt Euch bunt!

Fünfmal am Tag Obst und Gemüse ist optimal. Als erster Schritt reicht schon ein bis zwei Mal! Denn gute Kost hilft gegen freie Radikale, die Krebs erzeugen können.

Treibt Sport und macht mehr Schritte!

Zweimal wöchentlich 20 bis 30 Minuten Ausdauer- und Krafttraining. Und wenn wirklich mal die Gelegenheit fehlt: Nur 300 Schritte zusätzlich pro Tag können eine Gewichtszunahme verhindern. Einfache Schrittzähler helfen bei der Umsetzung.

Hört auf zu rauchen!

Rauchen ist nicht nur schlecht für die Lunge. Auch Blase, Gefäße und das gesamte Immunsystem leiden. Auf die Dauer kann es sogar impotent machen.

Schlaft gut!

Schlaf ist Erholung für Zellen und Geist - und Training für den Penis. Jeder Mann hat nachts vier bis sechs Erektionen. Tipp: Schlafrituale schaffen, kein Fernseher ans Bett, Zimmer abdunkeln.

Nehmt Erektionsprobleme ernst!

Verstopfte Penisgefäße weisen auf verstopfte Herzkranzgefäße hin. Studien haben bewiesen, dass ungefähr sechs Jahre nach den ersten Erektionsproblemen ein Herzinfarkt oder Schlaganfall auftritt. Erektionsprobleme daher nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Kümmert Euch um Eure Partnerschaft!

Gegenseite Unterstützung, aufeinander Achten, Freude an der Liebe wirken lebensverlängernd und reduzieren Stress. Es ist wichtig, sich für Liebe und Leidenschaft in einer guten Partnerschaft einzusetzen. Eine unglückliche macht krank.

Achtet auf Euch und auf Eure Stimmung!

Aggression und schlechte Laune sind bei Männern oft das wichtigste Anzeichen für eine Depression. Professionelle Hilfe sollte ohne Zögern in Anspruch genommen werden, auch bei Hausärzten und Urologen.

„Wie fit bin ich?“

Einen Fitnesstest können Sie auch online absolvieren, und zwar unter http://www.maennergesundheit.info/maennergesundheit/sport-fitness/test.html

Trainingsprogramme, z.B. Spezial 3x3x3 Das 3-Minuten Workout für Erfolgreiche unter www.mann-und-gesundheit.com.

Prostatakrebs/Früherkennung

Die krankhafte Vergrößerung der Prostata ist die häufigste Veränderung im Bereich des Organs. Da die Harnröhre an ihrem Anfang durch die Mitte der Prostata verläuft, kann das vergrößerte Organ den Durchfluss des Urins behindern, wodurch es bei Betroffenen zu Problemen beim Wasserlassen kommt.

  • Als Marker zur Früherkennung von Prostatakrebs gilt – neben der digital-rektalen Untersuchung des Arztes – das so genannte prostataspezifische Antigen (PSA), ein Protein, das sowohl in gesundem als auch vom Krebs befallenen Prostatagewebe nachgewiesen werden kann. Je höher der PSA-Wert, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Prostataerkrankung. Empfohlen wird -je nach Wert- eine jährliche bis 8-jährige PSA-Kontrolle bei Männern über 50 Jahren, bei familiärer Belastung schon ab 45 Jahren.

Ihr Prof. Dr. Frank Sommer
Präsident Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG) und Deutschlands erster Professor für Männergesundheit

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