Sie reichen vom Hallux valgus über statische Fehlbelastungen, Verletzungen, Fehlstellungen bis hin zum Diabetischen Fußsyndrom infolge einer langjährigen Zuckererkrankung.

Die Komplexität des Fußes ist erst während der letzten 20 bis 30 Jahre in den Fokus von Orthopädie und Unfallchirurgie gerückt, was seither aber zu einem enormen Wissenszuwachs geführt hat. Während vor 30 Jahren das Thema Fuß mit circa 50 Seiten in den gängigen Lehrbüchern abgehandelt wurde, gibt es heute mehrbändige Standardwerke mit vielen Tausend Seiten, die sich ausschließlich mit Fuß und Sprunggelenk beschäftigen.

Diese Entwicklung ging einher mit immer differenzierteren konservativen und operativen Behandlungsverfahren. Dabei umfasst das Behandlungsteam um den Fuß neben Ärzten auch Podologen (medizinische Fußpfleger), Orthopädieschuhtechniker und Orthopädietechniker sowie Physiotherapeuten – um nur einige zu nennen.

Da es die Spezialisierung „Fuß- und Sprunggelenkchirurgie“ als anerkannte Weiterbildung der Ärztekammer bis heute nicht gibt, bieten die beiden großen Fachgesellschaften (Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie e. V. und Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e. V.) entsprechende Weiterbildungsprogramme an, die eine strukturierte, berufsbegleitende Ausbildung sicherstellen.

Für den Patienten ist diese Qualifikation anhand der Zertifikate erkennbar, welche Ärzte nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung erhalten. Im Sinne der Patienten wäre es aber wünschenswert, dass sich in Zukunft der „Fuß- und Sprunggelenkchirurg“ als eine durch die Ärztekammer strukturierte Weiterbildung etablieren lässt.

Andere Länder sind hier weiter, der „Foot and Ankle Surgeon“ ist in den angloamerikanischen Ländern etabliert und dient den Patienten als Wegweiser, wo bei einem „Fuß-Problem“ kompetente Hilfe zu finden ist.

Prof. Markus Walther
Vorsitzender der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (GFFC)

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