Allein bei der Google-Suche „Krebserkrankung Frau“ erhalten wir binnen Sekunden 433.000 Ergebnisse. Dementsprechend schwierig ist es dann, medizinisch richtige beziehungsweise aktuelle Informationen herauszufiltern.

Hier spielt die Deutsche Gesellschaft  für Gynäkologie und Geburtshilfe eine wichtige Rolle. Denn als Herausgeber medizinisch-wissenschaftlicher Stellungnahmen und Leitlinien zur qualitätsgesicherten Behandlung in der Gynäkologie und Geburtshilfe orientieren sich auch zunehmend Patientinnen und Medienvertreter an unseren Empfehlungen.

Neue wissenschaftliche Beurteilung nützt Frauen mit Wechseljahresbeschwerden

Überwiegend Frauen zwischen 50 und 60 Jahren klagen über nicht enden wollende Hitzewallungen. Während tagsüber diese Wärmewellen offensichtlich von vielen akzeptiert werden, beeinträchtigen sie nachts umso stärker den Schlaf sowie am folgenden Tag auch die Konzentration bei der Arbeit. Doch diese Belastung müssen Frauen nicht bedingungslos hinnehmen, denn bei Frauen in den Wechseljahren übersteigt der Nutzen einer Therapie mit synthetischen Hormonen bei Weitem mögliche Risiken. Dass Wechseljahressymptome erfolgreich behandelt werden können, dazu haben auch die Autoren einer WHI (Women’s Health Initiative)-Studie jetzt aktuelle Erkenntnisse geliefert.

Endometriose: Ein echtes Krankheitsbild, das ernst genommen werden muss

Schätzungsweise sieben bis 15 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter einer schmerzhaften Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Dabei müssen die Beschwerden nicht immer von der Stärke der Ausbreitung der Endometriose abhängen.

Kleinere Endometrioseherde können bei der Frau starke Beschwerden verursachen, ausgedehnte Herde bleiben beschwerdefrei unbemerkt. Auch gibt es Endometrioseherde ohne Wachstum, die harmlos sind und nicht behandelt werden müssen. Allerdings wird längst nicht bei allen Betroffenen auch die Diagnose Endometriose gestellt – vielfach werden die chronischen Unterbauchschmerzen und ein unerfüllter Kinderwunsch auf andere Ursachen zurückgeführt.

Krebsprävention

Eine gesunde Lebensweise ist die beste Möglichkeit, Krebs und auch anderen Krankheiten vorzubeugen. Je früher eine Krebskrankheit dann entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung. In Krebsfrüherkennungsuntersuchungen können Tumore in frühen Stadien, die rechtzeitig erkannt werden, erfolgreicher und schonender behandelt werden.

Aus diesem Grund bieten die Krankenkassen bereits Frauen ab einem Alter von 20 Jahren die Krebsfrüherkennung der Geschlechtsorgane an; Frauen ab 30 Jahren sollen auch an der Brustkrebsfrüherkennung teilnehmen. Für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gibt es auch die Möglichkeit zum Mammografiescreening.

Frauen mit familiär vererbbarem Brustkrebsrisiko, bei denen eine Genveränderung nachgewiesen wird, benötigen, unabhängig vom Alter, eine noch intensivere Überwachung. Die bekanntesten dieser Veränderungen betreffen bei Brustkrebspatientinnen die Erbinformationen BRCA1 (Breast Cancer Gene/Brustkrebsgen) und BRCA2.

Die gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchungen sollten von allen Frauen, ob jung oder alt, regelmäßig wahrgenommen werden, als beste Fürsorge für die Frauengesundheit und für sich selbst!

Myome

Oft werden sie zufällig entdeckt, manchmal verursachen sie Blutungsstörungen oder Schmerzen: Myome. Diese knotigen Wucherungen entwickeln sich meist zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr, also auch bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Wie Myome überhaupt festgestellt werden, wann sie behandelt werden müssen und welche Therapien es gibt, das lesen Sie auf Seite 05 dieser Ausgabe.

Prof. Dr. med.  Diethelm Wallwiener

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