Doch gerade im Alter sind immer mehr Menschen von Erkrankungen betroffen, die das Augenlicht bedrohen. Über vier Millionen Deutsche leiden an der altersabhängigen Makuladegeneration und eine weitere Million an einem Grünen Star, dem Glaukom. Etwa 500.000 Diabetiker haben Augenschäden, eine sogenannte diabetische Retinopathie.

Der Austausch der Augenlinse beim Grauen Star, dem Katarakt, ist mit 800.000 Operationen pro Jahr der häufigste chirurgische Eingriff überhaupt. Da der Seniorenanteil der Bevölkerung wächst, müssen wir damit rechnen, dass die Zahl der Menschen mit Augenerkrankungen bis zum Jahr 2030 ebenfalls um 20 bis 30 Prozent steigen wird.

Auch in den jüngeren Generationen ist ein Anstieg der Sehbeeinträchtigungen wahrscheinlich. Fast 40 Prozent der Deutschen tragen eine Brille, weil sie kurzsichtig sind. Die Sehschwäche entwickelt sich bei Kindern und Jugendlichen, wenn der Augapfel noch wächst. Stu-dien deuten darauf hin, dass vermehrte Naharbeit wie Lesen, Fernsehen oder die Nutzung von Smartphones die Entwicklung des Augapfels stören und so zu einer drastischen Zunahme der Kurzsichtigkeit führen.

Auch erwachsenen Augen tut der ständige Blick aufs Handy oder den Computermonitor nicht gut: Langes Arbeiten am Bildschirm trocknet die Augen aus. Im englischsprachigen Raum hat sich der Begriff „Office-Eye-Syndrom“ etabliert, bei dem die Augen brennen, tränen und schmerzen können.

Wer seine Augen dauerhaft gesund halten möchte, sollte deshalb regelmäßige Computerpausen einlegen, viel Zeit draußen im Freien verbringen und bei Sonnenschein die Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Ganz wichtig: Besuchen Sie spätestens ab dem 60. Lebensjahr einmal jährlich den Augenarzt – damit Sie Ihre Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten.

Ihr Professor Dr. med. Horst Helbig
Zweiter Vizepräsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft