Die Lunge ist für eine der wichtigsten Funktionen unseres Körpers zuständig: die Atmung. Ein gesunder Erwachsener atmet in Ruhe circa zwölf- bis 15-mal pro Minute ein und aus. Die Atmung erfolgt dabei „automatisch“, man muss sich also nicht auf den jeweils nächsten Atemzug konzentrieren.

Jede Zelle unseres Körpers benötigt Sauerstoff. Beim Einatmen der Luft gelangen Sauerstoffmoleküle über die oberen Atemwege – Nasenraum, Nasennebenhöhlen und Rachen – in die unteren Atemwege. Über die Luftröhre gelangt der Sauerstoff schließlich in die Bronchien.

Die Atemwege stehen mit der Umwelt in direkter Verbindung und sind daher durch Krankheitserreger und Schadstoffe besonders gefährdet.

Eine gesunde Lunge kann durch komplexe Schutzmechanismen eine Erkrankung verhindern, denn die Atemwege sind im Innern mit einer Schleimhaut bedeckt, die aus Schleimdrüsen und Flimmerhärchen besteht. Diese Drüsen produzieren einen dünnflüssigen Schleim, an dem die Schadstoffe haften bleiben. Die Flimmerhärchen wiederum fangen diese Mischung aus Schleim und Schadstoffpartikeln, Viren und Bakterien auf und transportieren diese zum Rachen zurück.

Dr. Andreas Hellmann

Durch die Atmung ist unsere Lunge allerdings auch tagtäglich schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Werden die Atemwege fortwährend durch Schadstoffe, wie zum Beispiel Abgase, Zigarettenrauch oder auch Viren, Bakterien und Allergene angegriffen, ist der natürliche Reinigungs- und Schutzprozess bald überlastet. Die Schleimhaut entzündet sich. Sie schwillt an und produziert in überschüssiger Menge einen zähflüssigen Schleim, der die Flimmerhärchen verklebt. Ein Abtransport kann nicht mehr stattfinden. Der Schleim setzt sich fest und bildet einen idealen Nährboden für Bakterien.

Eine ständige oder immer wiederkehrende Entzündung kann die Bronchien dauerhaft schädigen. Die Veränderung der Schleimhaut kann immer weiter fortschreiten, bis diese ganz zerstört wird. Die Lungenbläschen sterben ab, eine krankhafte Erweiterung der Lunge kann die Folge sein.

Gesund erhalten können wir Bronchien und Lunge nur, wenn es uns gelingt, die Faktoren zu beeinflussen, die langfristig Bronchien und Lunge schädigen. Ist es erst einmal zu schwerwiegenden Erkrankungen gekommen, wird die Behandlung viel problematischer und weniger erfolgversprechend. Stärker noch als in vielen anderen Bereichen gilt für Erkrankungen von Lunge und Bronchien: Vorbeugung ist besser als Heilen. Dazu gehört, mögliche Schadfaktoren für Lunge und Bronchien zu definieren, zu identifizieren und sie in ihrer Wirksamkeit zu begrenzen. Notwendig ist auch die Früherkennung beginnender Beschwerden, um rechtzeitig gezielte Maßnahmen ergreifen zu können.