Menschen möchten heute in jedem Alter mobil und aktiv sein und dabei so wenige Einschränkungen wie möglich hinnehmen müssen.

Während die durchschnittliche Lebenserwartung vor 200 Jahren noch bei etwa 35 Jahren lag, werden wir heute 80 Jahre alt und älter. Kein Wunder, dass die Gelenke zunehmend in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei trifft ein Verschleiß bei Weitem nicht nur alte Menschen.

Bedingt durch schwere körperliche Arbeit, Unfälle und Verletzungen oder auch Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Gicht und Rheuma können Knie- oder Hüftgelenke bereits in jungen Jahren so stark angegriffen sein, dass weitreichende Therapien bis hin zum kompletten Ersatz notwendig werden. Wo früher der Rollstuhl oft die letzte Perspektive war, kann heute in vielen Fällen mit einem künstlichen Gelenk geholfen werden.

Therapiemöglichkeiten ausschöpfen

Das Einsetzen eines künstlichen Gelenks gehört heute zur Routine vieler orthopädischer Kliniken. Die Operation sollte dabei die letzte der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten sein, auf die im Rahmen eines Behandlungsverlaufs zurückgegriffen wird.

Erst wenn nicht-operative Maßnahmen wie Bewegungstherapie, Gewichtsabnahme oder die Gabe von Schmerzmitteln nicht oder nicht ausreichend zum Erfolg führen, werden operative Maßnahmen in Betracht gezogen.

Austauschbare Elemente

Während man noch vor einiger Zeit davon ausging, dass ein Patient im Laufe seines Lebens nur ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk eingesetzt bekommen könnte, haben sich die chirurgischen Möglichkeiten auf diesem Gebiet so weit verfeinert, dass auch einem jungen Patienten, dem schon mit 20 oder 30 Jahren nur mit Hilfe eines künstlichen Gelenks ein eigenständiges, mobiles Leben möglich ist, in späteren Jahren erneut geholfen werden kann.

Das Einsetzen einer künstlichen Hüfte beispielsweise erfordert immer weniger Abtragen des natürlichen Knochens, auch die Weichteile werden weitgehend geschont. Zudem gibt es moderne Implantate, bei denen die verschleißenden Teile ausgetauscht werden können.

Regelmäßige Kontrollen

Statistisch wird davon ausgegangen, dass eine Hüft- oder Knieprothese etwa 15 bis 20 Jahre hält, doch dieser Wert kann für den Einzelnen stark abweichen, nach oben wie nach unten. Patienten mit einem künstlichen Gelenk sollten auf regelmäßige Kontrollen Wert legen, und zwar auch dann, wenn sie beschwerdefrei sind. So entsteht bei künstlichen Gelenken zum Beispiel durch Verschleiß Abrieb, der eine Entzündung begünstigt.

Ebenso kann sich das Gelenk in der Verankerung lockern, was der Betroffene nicht immer gleich spürt. Kontrollen sollen ein entstehendes Problem frühzeitig entdecken und ein schnelles Einschreiten ermöglichen.
Der Einsatz einer Hüft- oder Knieprothese sollte immer von allen Seiten betrachtet werden, denn ein künstliches Gelenk ist nie ein gleichwertiger Ersatz für das natürliche, solange letzteres gesund ist.