So leiden in Deutschland circa sechs Millionen Menschen an Osteoporose und etwa fünf Millionen an Arthroseerkrankungen. Aber auch entzündete Gelenke aufgrund einer rheumatischen Erkrankung oder Gicht betreffen über eine Million Menschen in Deutschland.

Besonders verbreitet und typisch in unserer modernen Gesellschaft sind Rückenschmerzen. Über 80 Prozent aller Menschen klagen über gelegentliche Beschwerden, jeder zweite davon befindet sich noch im Teenageralter. Das hängt mit unserer Lebensweise zusammen: Bereits junge Menschen bewegen sich häufig zu wenig und sitzen zu viel, etliche sind übergewichtig. Da sich dieser Trend fortsetzt, gehen wir davon aus, dass die Erkrankungen zahlenmäßig weiter zunehmen werden. Dazu kommt, dass mit zunehmender Alterung der Gesellschaft die Alterserkrankungen per se zunehmen werden, hier ist insbesondere die Arthrose zu nennen.

Vieles kann man selbst dagegen tun. So ist der menschliche Körper auf Bewegung programmiert. Deshalb sollten wir uns alle regelmäßig bewegen. Das geht einfach im Alltag, indem man beispielsweise Treppen steigt, anstatt den Lift zu nutzen, oder das Auto stehen lässt und stattdessen zu Fuß geht. Insbesondere regelmäßige sportliche Aktivität trainiert das muskuloskelettale System. Die Kontrolle des Körpergewichtes und die Einhaltung einer knochengesunden Ernährung spielen ebenfalls eine erhebliche Rolle. Bei sitzenden Tätigkeiten sollte auf eine ausreichende Arbeitsplatzergonomie geachtet werden, ebenso sollten die Tätigkeiten regelmäßig unterbrochen werden, um sich zu strecken und zu dehnen und damit Ausgleich zu schaffen.

Bei bereits vorgeschädigten Gelenken ist es ein typischer Fehler, diese Gelenke zu schonen. Hierdurch verstärken sich eher die Beschwerden, da die natürliche Bewegung des Gelenkes durch Bildung von Gelenkflüssigkeit zu einer „Schmierung“ des Gelenkes führt. Schonen wir die Gelenke, trockenen sie aus und die Problematik verschlechtert sich. Gleiches ist ebenso belegt für den chronischen Rückenschmerz: auch hier tut Bewegung gut. Wer arbeitsbedingt viel sitzt, sollte nach Feierabend für Bewegung sorgen. Denn eine aktuelle Studie bestätigt: Wer in der Freizeit körperlich aktiv ist, erkrankt seltener an chronischem Rückenschmerz.

Kommt es dennoch zu Gelenkerkrankungen oder -verletzungen, helfen Orthopäden und Unfallchirurgen mit leistungsfähigen Therapieverfahren, sowohl konservativ als auch operativ. Bei Gelenkoperationen helfen Qualitätsinitiativen den Patienten, eine Klinik einzuschätzen und die richtige Auswahl zu treffen. Beispielhaft ist hier das Zertifikat Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung des Zertifizierungssystems EndoCert® genannt. Dieses ist für den Patienten ein verlässlicher Parameter, an dieser Stelle auch eine qualitativ hochwertige Versorgung zu erhalten.

Wie wichtig Bewegung für eine lebenslange Mobilität ist, unterstreicht auch das Motto des diesjährigen Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) „Bewegung ist Leben“. Mit mehr als 11.500 Orthopäden und Unfallchirurgen ist der DKOU der europaweit größte Kongress seiner Art, zunehmend zieht er auch internationale Experten an. Die Teilnehmer suchen im Austausch nach Lösungen, um Patienten langfristig eine qualitativ hochwertige Behandlung nach neuesten Erkenntnissen aus Forschung und Versorgung zu sichern.

Univ.-Prof. Dr. med. Andrea Meurer
Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) sowie stellvertretende Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Sie leitet die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt.