Zwar ist die Anzahl der krankheitsbedingten Ausfallzeiten mit durchschnittlich 19,5 Tagen pro Mitarbeiter in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben, allerdings verzeichnen insbesondere ältere Mitarbeiter längere Ausfallzeiten.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung stehen besonders die Mittelständler vor großen Herausforderungen. Sie können im Wettbewerb mit großen Unternehmen nur als attraktive Arbeitgeber Fachkräfte gewinnen und binden. Umso mehr gilt es, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter so lange wie möglich zu erhalten.

Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) helfen den Klein- und Mittelbetrieben dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Während Großunternehmen ganz andere personelle und finanzielle Ressourcen haben, um gesundheitsfördernde Vorhaben strategisch zu planen und umzusetzen, steht das Thema in kleinen Betrieben vielfach (noch) hinten an. Nur 30 Prozent der Mittelständler beschäftigen sich mit Fragen der BGF. Notwendig sind deshalb praxisnahe Lösungen mit organisatorischen Rahmenbedingungen, die auch für kleine Unternehmen ohne eigene Personalabteilung umsetzbar sind.
Im Projekt GeMit, gefördert im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesarbeitsministeriums, entwickelte der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) gemeinsam mit dem Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung den INQA-Check „Gesundheit“. Der Check ist ein kostenloses Selbstbewertungsinstrument für mittelständische Unternehmen und bietet einen guten Einstieg in die Thematik.

Mit dem Konzept der überbetrieblichen Gesundheitsförderung in Nachbarschaften wurde im Projekt überdies ein Modell entwickelt, das vor allem kleineren Betrieben Unterstützung bietet. Der BVMW geht auch bei der BGF mit gutem Beispiel voran.

Mario Ohoven
Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Berlin, und des europäischen Mittelstandsverbandes European Entrepreneurs (CEA-PME)

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