Ökologie ist die Wissenschaft vom Haushalt der Natur. Und dieser Haushalt rutscht immer mehr in die roten Zahlen. Schon heute nutzt die Menschheit Ressourcen, ob fossile Energieträger, mineralische Rohstoffe oder Produkte aus Land- und Forstwirtschaft sowie den Ozeanen, für deren Regeneration und nachhaltige Bewirtschaftung eineinhalb Planeten benötigt würden.

Und wenn man den Prognosen der Vereinten Nationen zur Entwicklung von Weltbevölkerung und Konsum Glauben schenken möchte, dann bräuchten wir spätestens ab dem Jahr 2030 einen zweiten Planeten, um unsere bisherige Art des Wirtschaftens weiterzuführen. Es gilt also umzusteuern. Und die Wirtschaft mit ihrer Innovationskraft spielt beim nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Rohstoffen eine Schlüsselrolle.

Die internationale Staatengemeinschaft hat bei der Klimakonferenz in Paris anerkannt, dass es kurz vor zwölf ist. Wenn wir die Welt, in der wir leben, auch für Folgegenerationen lebenswert hinterlassen möchten, sind jetzt Handlungen erforderlich. Nur so können wir das Ende 2015 vereinbarte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, erreichen.

Unsere Art des Wirtschaftens, die Produkte, die wir anfertigen und erzeugen, unsere Energieversorgung ebenso wie unsere Mobilität müssen sich verändern.  

Unternehmen haben eine Vorbildfunktion im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Mit kreativen Lösungsansätzen und innovativen Produktideen, die den Wert unserer Ressourcen berücksichtigen und ökologische Belastungsgrenzen respektieren, können sie Vorreiter für eine neue Art des Wirtschaftens sein.

Unternehmen und ihr Wirtschaftsgeist geben den Weg für die Gesellschaft und deren Konsum vor. Eine Wirtschaftsweise, die den unersetzbaren Eigenwert der Natur berücksichtigt, dient nicht nur kurzfristigen Einzelinteressen, sondern langfristig auch zukünftigen Generationen und dem Allgemeinwohl.

Jedes Unternehmen hat vielzählige Möglichkeiten, um im eigenen Haus Umweltschutz zu leben – angefangen von wenig aufwendigeren bis hin zu umfassenden Maßnahmen. Was klein erscheint, kann eine große Wirkung haben: Der Austausch von Wegwerf-Pappbechern für den Kaffee in der Kantine mit Tassen oder Mehrwegbechern vermeidet in der Summe enorme Müllberge und eine ressourcen- und energieintensive Herstellung dieser Ex-und-hopp-Produkte.

Ein Ansatzpunkt ist auch die IT. Sie kann ein wahrer Energiefresser sein – mit der richtigen Einstellung der Geräte kann hier eine Menge Energie eingespart werden. Die Wahl einer klimafreundlichen Dienstwagenflotte ist ebenfalls ein Ansatzpunkt.

Auch Energieeffizienz ist ein wesentlicher Faktor, an dem Unternehmen ansetzen können. Noch ist der Energieverbrauch unserer Gebäude ein Bereich, der in der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzdebatte bisher zu wenig Beachtung findet. Völlig zu Unrecht – denn in Deutschland entfallen rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen auf den Gebäudesektor. Gründe liegen in weitverbreiteten Defiziten bei der Gebäudedämmung und den Heizungsanlagen.

Wir sind davon überzeugt, dass nachhaltig operierende Wirtschaften unsere Zukunft sind und noch mehr gestärkt werden müssen. Mit Freude verfolgen wir, dass viele Unternehmen bereits mit positivem Beispiel vorangehen. Die Möglichkeiten sind da – sie müssen bloß erkannt und in Angriff genommen werden.

Sascha Müller-Kraenner

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