Die demografische Entwicklung, der Fachkräftemangel, andere Arbeitsformen und -bedingungen und das veränderte Krankheitsgeschehen in Deutschland veranlassen immer mehr Firmen über dieses Thema nachzudenken.

Fehlzeiten steigen weiter

Unter dem Begriff „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ verstehen Unternehmen oft sehr unterschiedliche Inhalte. Das reicht von einem Sammelsurium an betrieblichen Gesundheitsfördermaßnahmen bis hin zu einem strategisch ausgerichteten Managementsystem.

Die Bedeutung des betrieblichen Gesundheitsmanagements ist hoch: So haben durch psychische Fehlbelastungen bedingte Fehlzeiten in den letzten zehn Jahren um etwa 70 Prozent zugenommen und steigen weiter. Nur der durch arbeitsbedingten Stress verursachte volkswirtschaftliche Schaden wird in Europa auf mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Allein die direkten Krankheitskosten in Deutschland für psychische Erkrankungen betragen knapp 16 Milliarden Euro pro Jahr.

Krankheitskosten können gesenkt werden

Zudem werden zukünftig der demographische Wandel und eine längere Lebensarbeitszeit zu immer älter werdenden Belegschaften führen und die Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen: Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit und Dauer von Erkrankungen wie beispielsweise Muskel-Skelett oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu.

Gleiches gilt im Prinzip für nahezu alle chronischen Erkrankungen. Hier sollten Unternehmen ansetzen. Denn wie hoch allein der ökonomische Nutzen für Unternehmen ist, die ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt haben, erkennt man daran, dass die Krankheitskosten durchschnittlich um 26,1 Prozent gesenkt werden konnten, die krankheitsbedingten Fehlzeiten wurden um durchschnittlich 26,8 Prozent verringert.

Management in Vorbildfunktion

Ein betriebliches Gesundheitsmanagement hat das oberste Ziel, den Unternehmenserfolg durch eine gesunde Organisation sicherzustellen. Es zielt nicht nur darauf ab, die Arbeitsbedingungen zu optimieren, sondern auch die Beschäftigten zu einer aktiven und nachhaltig gesunden Lebensführung anzuregen und zu befähigen.

Das funktioniert nur, wenn die Maßnahmen durch das Management getragen und in Vorbildfunktion gelebt werden. Insofern ist es auch ein wichtiger Teil der Corporate Social Responsibility.