Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, um das zu schaffen.

Es kann jeden treffen, denn eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung tritt nach einem Unfall oder einer Krankheit oft ganz plötzlich ein. Schon ein Bandscheibenvorfall reicht. Für etwa 70.000 Menschen pro Jahr in Deutschland bedeutet diese Diagnose eine Operation mit anschließender Therapie in einer dafür spezialisierten Klinik.

Oft muss danach erlernt werden, was selbstverständlich klingt: richtiges Sitzen, Stehen und Bücken. Um weitere Schäden zu vermeiden, wird meist der Arbeitsplatz umgestaltet. Wenn der alte Beruf aber gar nicht mehr ausgeübt werden kann, für den ist eine berufliche Neuorientierung oft die einzige Chance, um auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Hier helfen berufliche Weiterbildungen, Fortbildungen oder Umschulungen. Dazu muss zunächst die berufliche Kompetenz bestimmt werden.

Arbeitserprobung

Die Arbeitserprobung klärt, ob man den Anforderungen der Aus- und Weiterbildung beziehungsweise des Arbeitsplatzes gewachsen ist. Der beeinträchtigte Mensch kann so seine Leistungsfähigkeit testen lassen. Eine Arbeitserprobung dauert bis zu vier Wochen.

Wer noch nicht sicher ist, welchen Beruf er ausüben möchte, kann sich anhand einer „Abklärung der beruflichen Eignung“ in mehreren verschiedenen Berufsfeldern praktisch und theoretisch erproben. Dies dauert bis zu 12 Wochen. Beide Programme werden von sozialpädagogischen und psychologischen Fachkräften begleitet. Die Kosten übernimmt der zuständige Leistungsträger.

Belastungserprobung und DIA-AM

Hier wird untersucht, ob und wieweit ein Mensch mit Handicap gesundheitlich den Anforderungen seines bisherigen oder eines anderen angemessenen Berufes gewachsen ist. Dabei wird er körperlichen und psychischen Untersuchungen unterzogen. Mit der „Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen“ (DIA-MAN) soll festgestellt werden, inwieweit die Schwere oder Art der Behinderung einen (Wieder-) Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht.

Zu Beginn der DIA-AM wird geklärt, welche Beschäftigungsart für den Einzelnen sinnvoll erscheint, z.B. ob er in einem Unternehmen arbeiten kann oder ob auf eine berufliche Eingliederung in einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung vorbereitet werden sollte. Die Maßnahme dauert maximal drei Monate.

Profilmethode

Anhand bestimmter Merkmale werden die Arbeitsanforderungen mit den Kenntnissen und Fähigkeiten des Teilnehmers verglichen. Dafür werden z.B. standardisierte Tests oder Profilvergleichsverfahren wie IMBA oder MELBA angewendet.

Berücksichtigt werden dabei neben psychischen auch körperliche und berufliche Merkmale, wie Körperhaltung, Körperfortbewegung, Information (z.B. Sehen, Hören, Sprechen), Umgebungseinflüsse (Schall, Klima) oder Schlüsselqualifikationen (z.B. Antrieb, Sorgfalt).

Anhand der Ergebnisse kann festgestellt werden, inwieweit Mitarbeiter und Arbeitsplatz zusammenpassen. Diese Methode eignet sich sehr gut zur Auswahl und Gestaltung von behinderungsgerechten Arbeitsplätzen.

RehaAssessment

Beim RehaAssessment, das vor allem von Berufsförderungswerken angeboten wird, soll das Fähigkeitspotenzial von Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung Bedrohten geklärt werden. Dabei werden die Fähigkeiten und persönlichen Neigungen des Betroffenen mit den Anforderungen an den Wunschberuf oder Arbeitsplatz in Relation gestellt (Soll/Ist-Vergleich).

RehaAssessment besteht aus verschiedenen individuell angewandten Modulen, u.a. Eignungsuntersuchungen, Beratungsgesprächen, beruflichen Orientierungshilfen, arbeitsmedizinischen und –psychologischen Untersuchungen, Reha-Vorbereitungslehrgängen oder Bewerbungstrainings.